Integration von geflüchteten Menschen in Ausbildung
Kriege, Verfolgung und Not führen weltweit zu einer steigenden Zahl von Menschen auf der Flucht. Viele Frauen und Männer, die nach Deutschland geflohen sind, um Schutz und Frieden zu finden, werden hier dauerhaft oder für eine längere Zeit leben. Sie wollen arbeiten, um sich eine neue Zukunft aufzubauen. Die Aufnahme und die Versorgung bei der Ankunft sowie die Integration in Ausbildung, Arbeit und Gesellschaft stellen eine große Herausforderung dar, die aber gleichzeitig auch Chancen für die wirtschaftliche Entwicklung in Rheinland-Pfalz bietet. Unternehmen in Rheinland-Pfalz sind, um langfristig wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben, vor dem Hintergrund ihres Fachkräftebedarfs auch auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen.
Wichtigste Zugangsvoraussetzungen für eine qualifizierte Beschäftigung sind der Spracherwerb und eine berufliche Qualifikation. Erfolg und Geschwindigkeit der Integration hängen von diesen Voraussetzungen ab. Viele Geflüchtete verfügen derzeit noch nicht über die schulischen und beruflichen Qualifikationen, die der hiesige Arbeitsmarkt fordert. Eine berufliche Ausbildung eröffnet ihnen neue Perspektiven und Möglichkeiten. In der Integrationspolitik gehen daher Sprachförderung, Ausbildung und adäquate Beschäftigung Hand in Hand. Bereits während des Asylverfahrens sollen in Rheinland-Pfalz Sprachförderung, Kompetenzfeststellungen, erste berufliche Orientierung und Phasen praktischer Erprobung oder Praktika beginnen, die duale Ausbildung vorzubereiten.
Weitere Informationen finden Sie unter:
https://www.arbeitsagentur.de/fuer-menschen-aus dem-ausland
https://www.bamf.de/DE/Themen/AsylFluechtlingsschutz/asylfluechtlingsschutz-node.html
https://www.bamf.de/DE/Themen/Integration/integration_node.html
Das Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Energie und Klima unterstützt die Integration von Menschen mit Flucht-und Migrationshintergrund im Rahmen der folgenden Angebote:
KAUSA Landesstelle
Seit Februar 2017 wird die Ausbildungsberatung von Jugendlichen mit Migrations - oder Fluchtbiografie und von migrantengeführten Unternehmen durch die KAUSA -Landesstelle Rheinland-Pfalz unterstützt. An den Standorten Kaiserslautern, Koblenz, Mainz und Trier können sie sich von Experten informieren und helfen lassen. Die KAUSA-Landesstelle wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Initiative Bildungsketten sowie vom Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Energie und Klima Rheinland-Pfalz gefördert. Begleitet wird das Projekt von der bundesweiten Koordinierungsstelle Ausbildung und Migration (KAUSA), die zu der Initiative Bildungsketten im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) gehört. Nähere Informationen finden Sie unter www.kausa-rlp.de.
Coaches für betriebliche Ausbildung
Die Coachs für betriebliche Ausbildung bei den rheinland-pfälzischen Handwerkskammern sowie DEHOGA Rheinland-Pfalz e. V. kümmern sich um Jugendliche, die Schwierigkeiten haben, eine Ausbildungsstelle zu bekommen. Sie beraten und unterstützen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz im Handwerk und versuchen, Handwerksbetriebe für die Ausbildung dieser Jugendlichen zu gewinnen. Die Coaches werden gemeinsam von der Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern Rheinland-Pfalz bzw. dem DEHOGA Rheinland-Pfalz e. V., der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit und dem Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Energie und Klima Rheinland-Pfalz finanziert.
Im Modul B (ehemals Migrations- und Flüchtlingscoach) werden nicht mehr schulpflichtige Jugendliche und Erwachsene bis 35 Jahren mit Migrations- oder Fluchthintergrund von den Coaches individuell betreut.
Die wesentlichen Aufgaben des Coachs sind:
- Bewerberorientierte Vermittlung vorrangig in Ausbildung, aber auch in Einstiegsqualifizierung;
- gezielte Akquise von Ausbildungsstellen für die von der Agentur für Arbeit zugewiesenen Teilnehmer;
- intensive Betreuung der Jugendlichen im Sinne von Coaching;
- Betreuung bei Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen;
- Unterstützung bei Stellenakquise;
- Stabilisierung des Ausbildungsverhältnisses;
- Konfliktmanagement und Begleitung während schwieriger Situationen in Ausbildung, um den Abbruch zu verhindern.